Wer erstellt den Standard für eine
bestimmte Hunderasse?
Zur Zeit anerkennt die FCI
(gegründet am 22.5.1911) 339
verschiedene Rassen. Jede von
ihnen ist das «Eigentum» eines
bestimmten Landes, welches als
Ursprungsland der Rasse
bezeichnet wird. Die
Ursprungsländer erstellen in
Zusammenarbeit mit der
Standards- und der Wissen-
schaftlichen Kommission der FCI
die Standards für ihre Rassen
(Beschreibung des Idealtyps der
Rasse). Die Übersetzungen und
die Nachführung der Änderungen
erfolgt durch die FCI. An
Ausstellungen in den FCI-Ländern
stellen die Rassestandards für die
Richter die Bewertungsgrundlage
dar.
Nachfolgend finden Sie alle
bisherigen FCI-Standards im pdf-
Format zum Ausdrucken.
FCI - Standard Nr. 105
ÜBERSETZUNG: Doris Czech
URSPRUNG: Frankreich
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL-STANDARDS
21.02.2006
VERWENDUNG: Wasserhund für die Jagd auf Wasservögel. Der Barbet ist,
wie alle Wasserhunde, mehr als nur ein reiner Apportierhund, er muss das
Wild, das sich in der Wasserbepflanzung versteckt hält, suchen, aufstöbern
und aufscheuchen. Er apportiert dann das von seinem Besitzer geschossene
Wild. Kälteunempfindlich, er geht bei jedem Wetter ins Wasser.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 8 Apportier-, Stöber- und Wasserhunde
Sektion 3, Wasserhunde mit Arbeitsprüfung
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS: Sehr alte Rasse, in ganz Frankreich
verbreitet, wird für die Jagd auf Wasserwild verwendet und wurde bereits seit
dem 16. Jahrhundert in mehreren Werken beschrieben oder erwähnt.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Ein Hund von mittleren
Körperproportionen, mittlerer Größe, ein besonderes Merkmal der Rasse ist
eine dicke, wollige Behaarung, die einen wirksamen Schutz gegen Kälte und
Feuchtigkeit gewährleistet. Das Haarkleid formt einen Bart (frz. barbe) am
Kinn, welcher der Rasse ihren Namen gegeben hat.
WICHTIGE PROPORTIONEN: Fang etwas kürzer als der Schädel. Die Länge
des Körpers, gemessen vom vordersten Punkt des Schultergelenks bis zum
Sitzbeinhöcker, ist etwas größer als die Widerristhöhe.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): Ausgeglichen, sehr Führer bezogen,
sehr gesellig, wasserfreudig, auch wenn das Wasser sehr kalt ist.
KOPF: Das Haar des Schädels muss bis auf den Nasenrücken fallen. Der
Bart ist lang und dicht; der Schnurrbart bedeckt den gesamten Nasenrücken;
er ist sehr dicht.
OBERKOPF:
Schädel: Gerundet und breit.
Stop: Ausgeprägt.
GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm: Breit, mit gut geöffneten Nasenlöchern; schwarz oder
braun, abhängig von der Farbe des Haarkleides.
Fang: Ziemlich kantig. Der Nasenrücken ist breit.
Lefzen: Dick, gut pigmentiert, völlig mit langen Haaren bedeckt. Der Rand der
Lefzen ist schwarz oder braun.
Kiefer/Zähne: Kiefer von gleicher Länge. Scherengebiss. Kräftige Zähne. Gut
entwickelte und gut angeordnete Schneidezähne.
Augen: Rund, vorzugsweise dunkelbraun. Der Rand der Augenlider ist
schwarz oder braun.
Ohren: Tief angesetzt (auf Augenhöhe oder etwas darunter), lang, flach, breit,
mit langem Haar bedeckt, das Stränge bildet. Wenn sie vor der Nase
zusammengebracht werden, übertreffen sie (inklusive Haar) deren Spitze um
wenigstens 5 cm. Der Knorpel der Ohrmuschel reicht über den Lefzenwinkel
hinaus.
HALS: Kurz und kräftig.
KÖRPER:
Rücken: Fest, mit gut gefestigter Oberlinie.
Lende: Gewölbt, kurz und kräftig.
Kruppe: Von der Seite betrachtet gerundet, in Verlängerung der oberen Linie
der Lendenpartie, harmonisch übergehend.
Brust: Breit, gut entwickelt, tief, bis zu den Ellbogen hinabreichend;
gerundeter, aber nicht tonnenförmiger Rippenkorb.
RUTE: Leicht erhoben, über die Horizontale hinausgehend getragen, wenn
der Hund in Aktion ist, tief angesetzt, an ihrer Spitze einen leichten Haken
bildend.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Schultern: Schräg gelagert. Der Schulterblatt – Oberarm-Winkel (Scapulo-
Humeral) variiert zwischen 110 und 115°.
Oberarm: Kräftig und muskulös.
Unterarm: Gerade, kräftiger Knochen, senkrecht, vollständig mit langem Haar
bedeckt.
HINTERHAND:
Oberschenkel: Leicht schräg, stark bemuskelt.
Sprunggelenk: Tief, gut gewinkelt.
Hintermittelfuss: Senkrecht
PFOTEN: Rund, breit, behaart.
GANGWERK: Leichtfüßiges Gangwerk, die Gliedmaßen bewegen sich auf
einer Linie mit dem Körper. Mittelmäßiger Vortritt und guter Schub der
Hinterhand.
HAUT: Verhältnismäßig dick.
HAARKLEID
HAAR: Lang, wollig, lockig; kann Schnüre/Stränge bilden. Das Haarkleid ist
dicht, es bedeckt im natürlichen Zustand belassen den ganzen Körper. Dies
ist ein wesentliches Merkmal der Rasse. Das Haar des Barbet wird in einer
speziellen Art und Weise gepflegt, um seiner Arbeit wie auch der Erhaltung zu
entsprechen.
FARBE: Einfarbig schwarz, grau, braun, lohfarben (falb), sandfarben, weiß
oder mehr oder weniger gescheckt. Alle Schattierungen von lohfarben und
sandfarben sind erlaubt. Die Schattierung sollte vorzugsweise am ganzen
Körper dieselbe sein.
GRÖSSE UND GEWICHT:
Widerristhöhe: Rüden: 58 cm bis 65 cm, Hündinnen: 53 cm bis 61 cm. Mit
einer Toleranz von +/- 1 cm
FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler
angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der
Abweichung stehen sollte.
- Feiner und schmaler Kopf, dünner und zu langer Fang, dünne Lefzen.
- Rückbiss oder Vorbiss. Kreuzgebiss.
- Helle Augen.
- Hoch angesetzte Ohren (höher als Augenhöhe), dünn, kurz, schmal.
- Hals dünn und lang
- Weicher Rücken.
- Lendenpartie lang und schwach
- Gerade Kruppe.
- Schmale Brust.
- Hoch angesetzte Rute, über den Rücken gebogen, eingerollt oder an die
Kruppe oder die Lende gepresst. Rutenlos oder zu kurze Rute (Anourie,
Brachyourie).
- Steile Schulter.
- Dünner Oberarm.
- Vorderlauf mit feinen Knochen, Befederung.
- Hinterhand: Flacher Oberschenkel, gerades Sprunggelenk, Befederung;
Vorhandensein von Afterklauen: Feine und schmale Pfoten, ohne Behaarung.
- Dünne Haut.
- Kurzes Haar, harsch, nicht wollig, nicht lockig.
- Farben: Alle außer den im Standard aufgeführten Farben.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER:
Aggressiv oder übermäßig scheu.
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen
aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen,
die sich vollständig im Hodensack befinden.
Impressum
Disclaimer
Der Barbet ist kein:
Griffon Boulet (Griffon à poil
laineux)
Diese Rasse hat einen eigenen
Standard (FCI-Standard 174)
und ist offenbar mittlerweile
ausgestorben.
Bereits im Jahre 1891 wurde ein
erster Standard für den Barbet
erstellt. Die folgenden
Dokumente stammen aus dem
Buch “Les Races de Chiens - I
Chiens de Chasse”, rédigé par le
Comte Henri de Bylandt, une
édition de Kerberos - Neerijnen -
les Pays-Bas.
Im Vorwort steht: “Dieses Buch in
vier Sprachen, eine etwas
kleinere Reproduktion der
Ausgabe von 1904, ist eigentlich
die dritte Ausgabe, kompletiert
und internationalisiert, eines
Werkes, welches zum ersten Mal
im Jahre 1894 für die
niederländischen Leser publiziert
wurde.”
© 2012 Renate Zuber Morgenthaler - Initiative of Barbet Kennel Vom Zulimo, Switzerland